Chronik des ONG

Oberpfälzer Nordgau Weiden im Bayerischen Sportschützenbund e. V.

Auszug aus der Chronik des Oberpfälzer Nordgaues Weiden

„Naabgau des Bayerischen Zimmerstutzen-Schützenverbandes, Sitz Weiden i.d.OPf.“ so bezeichnete sich der jetzige Oberpfälzer Nordgau im Bayerischen Sportschützenbund e.V. seit dem Jahre 1926. Er wurde gegründet aus dem Gau 104 des Oberpfälzer Zimmerstutzenschützenverbandes.

Noch im Jahr 1925 fand das Bundesschießen des Oberpfälzer Zimmerstutzenschützenverbandes in Weiden statt, wobei der Besuch des Prinzen Alfons von Bayern besonders erwähnenswert ist. Dieses Bundesschießen war allerdings der Auftakt zu Unstimmigkeiten und darauffolgenden Auseinandersetzungen, die in stürmischen Versammlungen in Waldsassen, Vohenstrauß, Bärnau und Tirschenreuth ihren Niederschlag gefunden haben sollen.

Eine Niederschrift der ersten Schützenmeisterversammlung des neugegründeten Naabgaues vom 16. Januar 1927 im Weiden wurde von der Schützengesellschaft Almenrausch noch vorgefunden. Aus dieser Niederschrift geht hervor, dass neben anderem ein Beschluss gefasst wurde, wonach das erste Gauschießen des neuen Naabgaus in Weiden, von der Schützengesellschaft Edelweiß durchgeführt wurde, und zwar auf dem Stand der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft 1604 Weiden. Dazu wurden vom Gau 600,- Reichsmark für die Gauscheibe zur Verfügung gestellt. Dass dieses Geld tatsächlich bereitgestellt wurde bestätigt eine Eintragung in ein Kassenbuch, die vom Kassier Josef Bauer von der Schützengesellschaft Edelweiß getätigt wurden.

Das Gauschießen, das vom 29. Mai bis 6. Juni 1927 durchgeführt wurde, war mit folgenden Scheiben ausgestattet. Festscheibe mit Ehrengaben, Hauptscheibe, Glückscheibe, Adlerscheibe, Meisterscheibe und Gauscheibe.

Das zweite Gauschießen war dann vom 14. Bis 22. Juni 1930 in Tirschenreuth verbunden mit dem 60-jährigen Jubiläum der Schützengesellschaft Tirschenreuth 1870. Das dritte Gauschießen wurde vom 25. Juni bis 3. Juli 1932 in Rothenstadt durchgeführt und dürfte das letzte Gauschießen vor dem Krieg gewesen sein.

Die Festabzeichen dieser drei Gauschießen sind vom Ehrenschützenmeister der Schützengesellschaft Einigkeit Weiden, Georg Zielbauer dem Oberpfälzer Nordgau zur Verfügung gestellt worden. Die gleichen Festabzeichen befinden sich auch im Besitz von Schützenbruder Hermann Völker. Nach dem 2. Weltkrieg hat Josef Bauer, Kassier des ersten Gauschützenmeisteramtes in einem Schrank der Stadtliegenschaft Weiden die Gaukönigskette entdeckt. Wie diese Kette dort hinkam, ist bis heute noch nicht geklärt. Sie wurde aber dadurch gerettet und der Nachwelt erhalten. Aus Versicherungskarten des Jahres 1925 geht hervor, dass als Gauschützenmeister des Gaues 104 noch Herr H. Lang zeichnete, während die Bundesversicherungskarte 1926 bereits vom Gauschützenmeister des Naabgaues Hugo Völker unterzeichnet wurde.

Leider sind über die Gründungsversammlung, sowie über die Tätigkeit des Naabgaues keine weiteren Unterlagen mehr vorhanden. Wichtig waren vor allem noch die Erinnerungen einiger älterer Schützenbrüder, die somit die Grundlagen für diese Aufzeichnungen bildeten.

Soviel vom Naabgau des Bayerischen Zimmerstutzenschützenverbandes bis zum Kriegsende, bzw. bis zur Wiedererstehung im Jahre 1951.

Unmittelbar nach dem Krieg war die schießsportliche Tätigkeit vollkommen eigestellt. Erst nach und nach wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht gewisse Lockerungen bezüglich des Schießsportes zugelassen, aber dies vorerst nur für Luftgewehr. Für Kleinkaliber und Zimmerstutzen war es anfangs nicht möglich, da hierfür keinerlei Munition zur Verfügung gestellt wurde. In den Jahren 1949/50 wurden die Schützenvereine nach und nach wieder ins Leben gerufen. Dadurch lebte natürlich auch der Gau auf, der dann im Jahr 1951 seine Tätigkeit wieder aufnahm. Er bezeichnete sich als Oberpfälzer Nordgau im Bayerischen Sportschützenbund e. V. Sitz Weiden OPf.

Als 1. Gauschützenmeister fungierte damals der 1. Schützenmeister der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft 1604 Weiden, Max Lindner. Nach dem Wiedererstehen wurde im Jahr 1953 das erste Gauschießen von den Feuerschützen Weiden durchgeführt. Max Lindner hatte das Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1956 inne. Otto Nikolei, Einigkeit Weiden, übernahm als Nachfolger von Max Lindner das Gauschützenmeisteramt. Er wurde dann Anfang des Jahres 1957 von Ludwig Fischer abgelöst. Ludwig Fischer arbeitete als Gauschützenmeister bis zum Jahr 1963. In seiner Amtszeit wurde beim Oktoberfestschießen in München Josef Friedrich vom Schützenverein Tell Mantel mit einem 7,5 Teiler Landesschützenkönig 1963. Die Mannschaft des Oberpfälzer Nordgaues gewann den im Jahr 1960 anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Oktoberfestes gestifteten Gau-Wanderpokal mit den Schützen Ludwig Ruß, Christian Schieder, Karl Roßmann, August Hildebrand, Ludwig Fischer, Karl Reich, Otto Kolb, Reinhold Hösl, Josef Friedrich und Hans Kammerer.

1. Gauschützenmeister Ludwig Fischer gab in der Gauhauptversammlung des Oberpfälzer Nordgaues am 27. Januar 1963 sein Amt als Gauschützenmeister ab.

Als neuer 1. Gauschützenmeister wurde dann der 1. Schützenmeister der Schützengesellschaft Rehbühl Weiden, Otto Asberger, von der Versammlung gewählt.

Otto Asberger übte sein Amt als Gauschützenmeister bis zum Jahr 1976 aus, und gab aus gesundheitlichen Gründen am 4. September 1976 dieses Amt an den bisherigen 2. Gauschützenmeister Helmut Kötteritzsch bis zur Neuwahl kommissarisch ab.

In der Jahreshauptversammlung am 5. März 1977 in Letzau wurde Helmut Kötteritzsch als Nachfolger Otto Asbergers gewählt. Seine Amtszeit dauerte bis ins Jahr 1990 und war mit vielen Erfolgen, aber auch Unannehmlichkeiten verbunden. So musste er gleich zum Ende des Jahres die Auflösung einer der ältesten Schützengesellschaften in Weiden, der Schützengesellschaft Einigkeit Weiden, hinnehmen. Unter der Führung von Helmut Kötteritzsch hatte der Oberpfälzer Nordgau einen enormen Aufschwung an Mitgliedern genommen, darunter sehr viele Schützinnen.

Deshalb wurde in der Jahrhauptversammlung 1978 in Grafenwöhr mit Maria Wisgickl eine Gau-Damenleiterin ins Gauschützenmeisteramt berufen. Für das Gaukönigsschießen wurde eine Gauschützenköniginkette für Luftgewehr und Luftpistole angeschafft. BeimGauschießen 1979 in Granfenwöhr wurden beide Königinnenketten vergeben. Eine der grössten Veranstaltungen hatte der 1. Gauschützenmeister im Jahr 1979 vorzubereiten. Der Bayerische Sportschützenbund, München hatte den „29. Bayerischen Schützentag“ vom 8. Bis 10. Juni 1979 nach Weiden vergeben. Gauschützenmeister Helmut Kötteritzsch und seine Mitarbeiter haben diese Veranstaltung durch großartige Organisation bewältigt. Einen weiteren Höhepunkt in seiner Amtszeit erlebte dann der Oberpfälzer Nordgau mit dem Fest der „Standartenweihe des Oberpfälzer Nordgaues“.

1. Gauschützenmeister Helmut Kötteritzsch gab sein Amt in der Jahreshauptversammlung am 24. März 1990 in Letzau ab.

Als Nachfolger für das Amt des 1. Gauschützenmeisters wurde in dieser Jahreshauptversammlung mit großer Mehrheit die 1. Gaudamenleiterin Maria Wisgickl zur 1. Gauschützenmeisterin des Oberpfälzer Nordgaues gewählt. Helmut Kötteritzsch wurde von der neugewählten 1. Gauschützenmeisterin in dieser Versammlung die Urkunde zur Ernennung zum Gau-Ehrenschützenmeister überreicht. Erstmals in der Geschichte des Oberpfälzer Nordgaues lenkte nun eine Dame die Geschicke des Gaues mit über 5000 Mitgliedern. In Bayern ist Maria Wisgickl die zweite 1. Gauschützenmeisterin neben einer Gauschützenmeisterin aus Mittelfranken.

Die Gau-Chefin hat zwar die bisherige Organisation im voll übernommen hat aber auch viele neue Ideen gebracht. So z.B. die Einbindung der Sektionsschützenmeister im Gau. Auch im Zeitalter des Computerwesens hat sie sich voll integriert. Im Jahr 1992 war der Oberpfälzer Nordgau zum drittenmal Ausrichter des Bayerischen Schützentages. Im Rahmen der 750-Jahrfeier der Stadt Weiden, fand vom 12. Bis 14. Juni 1992 der „42. Bayerische Schützentag“ in Weiden statt. 1. Gauschützenmeisterin Maria Wisgickl hatte mit ihren Mitarbeitern im Gau ein überaus hervorragendes Programm zusammengestellt, das von allerhöchster Stelle gelobt wurde. Schon der Empfang der Gäste am Freitag, mit einem historischen Feldlager des neu gegründeten „Weidener Fähnlein“ von der FSG Weiden mit ihren Marketenderinnen die Waren anboten, die Musketiere ein Wildschein am Spieß für die Gäste gebraten hatten, war schon ein Novum in der Gestaltung des 42. Bayerischen Schützentages in Weiden.

Auch im Jahr 1996 musste 1. Gauschützenmeisterin Maria Wisgickl mit ihrem Gauschützenmeisteramt wieder eine größere Herausforderung annehmen. Am 13./14. April musste der Bezirksschützentag in Weiden organisiert und durchgeführt werden. Ein Empfang der Stadt Weiden für das Bezirks- und Gauschützenmeisteramt durch Herrn Oberbürgermeister Hans Schröpf war der Dank für die großartige Leistung der 1. Gauschützenmeisterin.

Am 27.04.1996 kam der Kreisschützenverband Donaugau Regensburg mit vielen Schützen zum Patenbitten anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums nach Windischeschenbach. Der Oberpfälzer Nordgau nahm dann am 15. September am Festzug und an den Feierlichkeiten des Kreisschützenverbandes in Regensburg teil.

Herausragendstes Ereignis im Jahr 1999 war das Weltrekord-Dauerschießen der Jugend des Oberpfälzer Nordgaus im Juni. 15 Jungschützen schossen von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr in einem 24 Stunden – Nonstop-Schießen unter Wettkampfbedingungen auf den Ständen der Feuerschützen Weiden. Sie erreichten mit 14662 Schüssen ein Ergebnis von 134618 Ringen. Pro Schütze ein Schnitt von 9,18 Ringen. Einem Eintrag ins Guinnessbuch der Weltrekorde stand somit nichts mehr in Wege.

Im Juni 2000 wurde von mehreren Mitgliedern des Gauschützenmeisteramtes und der Gauschützenjugend ein neuer Verein, die Sportschützen-Leistungsgemeinschaft (SSLG) Oberpfälzer Nordgau gegründet.

Am 15. September 2001 konnte der Oberpfälzer Nordgau sein 75-jähriges Gründungsfest feiern.